Editorial – Grafikdesign und Art Direction von Powders Crib

Hinter dem Beat – Das Magazin

Stimmen aus Trainings und Auftritten, kurze Gespräche am Rande der Sessions und Video-Footage aus dem gleichnamigen Film bilden das Fundament zu diesem Magazin. Gedreht wurde hauptsächlich hinter den Kulissen der HipHop Academy Hamburg in Billstedt. Dort trainieren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unabhängig von Erfahrung oder Hintergrund und werden professionell ausgebildet. Non-profit übrigens. Weitere Einblicke entstanden in der Szene, bei Battles und in der Hall. An diesen Orten passiert etwas, das sich nicht beschreiben lässt. Kann man sich nicht ausdenken, muss man gesehen haben. Kann kein Film oder Magazin der Welt abbilden. Aber ey, jeder kann mitmachen, jeder kann zuschauen.

Und doch gibt dieses Magazin zumindest einen Vorgeschmack auf HipHop in seiner Essenz. Von innen erzählt. Es stellt keine Fragen, sondern taucht tief in die Kultur ein und wird aufgenommen, als wäre es schon immer da gewesen. Zeigt, was es braucht, um vor großem Publikum abzureißen. Oft passiert das Entscheidende nicht auf der Bühne selbst, sondern lange davor. Hinter dem Beat. (2026)

3m2

Das Fotobuch beschäftigt sich mit Vertrautheit, Nähe und Beobachtung in einem Badezimmer von nur drei Quadratmetern. Der sonst ganz alltägliche, gemeinsam genutzte Raum wird hier zur Bühne für die Fotografien von Leah Bräutigam. Unterschiedliche Lichtstimmungen lassen den engen Ort besonders dicht und atmosphärisch wirken. Das Szenario wechselt zwischen Schwarz-Weiß und warmem, gelblich-orangem Licht, das irgendwie wirkt, als käme es frisch aus den 70ern. Anstelle von klassischen Seitenzahlen erscheinen die Quadratmeterangaben des Papiers, die sich bis zur letzten Seite zu 3m² summieren. Zu Beginn und am Ende spiegelt sich der Text, im wahrsten Sinne. Eine spiegelverkehrte Typografie macht ihn nur in der Reflexion lesbar. Das und die identische Gestaltung von Vorder- und Rückseite des Buches irritieren die Orientierung. Wo ist vorne, wo ist hinten? Im besagten Spiegel befindet sich auch das Impressum, das an einen Abspann erinnert. Es greift die filmische Struktur der Bildfolge auf, die sich über das gesamte Buch hinweg entwickelt. Von vagen Ausschnitten hin zur vollständigen Sichtbarkeit der abgebildeten Personen. (2024)